2. März 2016

Der integrative Treffpunkt Tümpel

Junge Flüchtlinge entdecken in Altenholz das Jugendzentrum – Festes Programm und freie Aktivitäten

Von Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

 

Spaß im Jugendzentrum Tümpel: Jugendpfleger Martin Greve hat Kani (17), Abdul (17) und Hazim (14, von links) zum Billardspielen eingeladen. Er will den Jugendlichen neben dem Programm die Freiheit lassen, selbst Aktivitäten zu entdecken. ©

 

Altenholz. Ab und zu klackern leise die Billardkugeln im Altenholzer Jugendzentrum Tümpel. Im Hinterraum stehen Kani (17) und Abdul (17) am Spieltisch, stützen sich zwischendurch auf ihren Queue – den Spielstab – um die Lage auf dem Tisch zu analysieren. Vom Sessel aus beobachtet Hazim (14) das Geschehen.

Alle drei sind junge Flüchtlinge. Abdul stammt aus Syrien, Kani und Hazim kommen „aus Kurdistan“, sagen sie, aus dem Irak. Junge Zuwanderer entdeckten zunehmend den Tümpel im Ortsteil Klausdorf für sich, erklärt Jugendpfleger Martin Greve, der Leiter des Jugendzentrums. „Ich habe ein bisschen Reklame gemacht“, sagt er. Dafür sei er auf den örtlichen Freundeskreis Asyl zugegangen. Kamen junge Flüchtlinge zuvor eher vereinzelt, nutzen sie nach Greves Angaben mittlerweile zunehmend das Angebot des Zentrums für offene Kinder- und Jugendarbeit; dazu gehört auch die Oase im Ortsteil Stift. „Einige Flüchtlinge kommen immer noch mit ihrem Betreuer, andere auch schon allein.“ Im Tümpel haben sie unter anderem die Chance, ganz unverbindlich andere Jugendliche kennenzulernen.

Die drei Jungs beim Billard haben an diesem Nachmittag ihren Spaß. Abdul erzählt, dass er Freunde sucht: „Ich versuche, Kontakt zu anderen zu bekommen, um die Sprache besser sprechen zu lernen.“ Auch Kani ist aus diesem Grund hierher gekommen. Beide besuchen die zehnte Klasse der Gemeinschaftsschule Altenholz. Auch miteinander sprechen die drei Jungs beim Billard nur Deutsch. Hazim ist ein Sportfan, erzählt er: Der 14-Jährige spielt unter anderem Fußball beim TSV Altenholz. Dadurch habe er schon einige neue Leute, die von hier kommen, kennengelernt.

„Jetzt ist die Chance auf Sieg“, sagt Martin Greve zu Kani. Heute wird die Billard-Variante 9-Ball gespielt. Und tatsächlich versenkt der 17-Jährige konzentriert die über entscheidende Kugel mit der Nummer neun in einer Tasche – gewonnen! Und gleich geht es weiter mit der nächsten Partie.

Im Tümpel gibt es feste Programmpunkte, erklärt Greve, „aber ich will den Jugendlichen auch die Freiheit lassen, Aktivitäten zu entdecken“. Und der Sozialpädagoge sei auch „bereit zuzuhören“, falls zum Beispiel jemand mit schwierigen Erfahrungen Unterstützung braucht.

Infos zu den Jugendzentren:

 

Internet: http://www.jugendzentren-altenholz.de , „Tümpel“: Klausdorfer Straße 78d, Tel. 0431/324994; „O.A.S.E.“: Posener Straße, Tel. 0431/3292925.