26. Mai 2016

Neue Klassenräume für die Gemeinschaftsschule

Modulbauten sollen ab September mehr Platz schaffen

Von Cornelia Müller

Altenholz. Ende gut, alles gut: Die Gemeinschaftsschule Altenholz soll mehr Klassenräume bekommen, damit alle Schüler einschließlich Flüchtlingskindern gut lernen können. Der Schulausschuss sagte Dienstag einstimmig ja zum Abriss der Pavillons. Modulbauten sollen zwei bis vier Räume schaffen.

Zunächst hatte der öffentliche Brief von Gemeinschaftsschulleiter Thomas Haß, der den akuten Raummangel angeprangert hatte, für Wirbel in Schullandschaft und Politik gesorgt. Für 17 Klassen gebe es 15 Klassenräume. 49 Flüchtlingskinder, die Deutsch als Zweitsprache (DaZ) lernen, und Schüler mit Sonderförderbedarf würden provisorisch unterrichtet.

Eltern des Gymnasiums waren „über die Art der Kommunikation auch verärgert“, schrieben sie an den Ausschuss. Haß hantiere geschickt mit Zahlen und Zuständen, denn an seiner Schule sinke die Schülerzahl zum neuen Schuljahr deutlich. Am Gymnasium habe mit erheblichen Platzmangel klaglos gelebt, heißt es sinngemäß. Das Gymnasium rechnete parallel vor, dass es auch hier wegen doppelten Abi-Jahrgangs mehr als eng sei. Auf 44 Klassen kommen zur Zeit 39 Klassenräume. Ab September wird sich die Lage so entspannen, dass zumindest die Klassenräume reichen. Bei der Begehung der Schulen vor der Sitzung kamen alle Beteiligten dann zu diesem Schluss: Das Gymnasium kann keine Räume abtreten. Und an der Gemeinschaftsschule bleiben die Lernbedingungen der Flüchtlingsschüler und der Kinder mit Sonderbedarf unzureichend, wenn keine Räume geschaffen werden.

Die alten Pavillons an den Fahrradständern sollen weichen und Platz schaffen für die Modulklassen. ©

„Man muss akzeptieren, dass die Gemeinschaftsschule mehr Aufgaben hat als eine Realschule, die sie früher war. Kinder mit Förderbedarf und die zwei bis drei DaZ-Klassen mit Untergliederung in Gruppen erfordern einfach mehr Platz“, sagte Jürgen Schlüter (CDU). „Die sinkende Schülerzahl ist nicht allein ausschlaggebend.“ Zuvor hatte sich CDU-Bürgermeisterkandidat Raoul Steckel, der stellvertretendes Ausschussmitglied ist, dafür starkgemacht, den verschobenen Abriss der Pavillons nun doch anzugehen. Uwe Johanning (SPD) sah das genauso und verwies darauf, Altenholz habe Chancen, günstig an Modulbauten zu kommen. Viele vom Land angekaufte Container würden momentan nicht benötigt.

Der Beschluss des Gremiums: Die Verwaltung wird jetzt die Abrisskosten der Pavillons ermitteln. Der vorherige Etat sah dafür 80 000 Euro vor. Die Gemeindevertretung muss den endgültigen Beschluss im Juli fällen. „Ich hoffe, dass wir alles bis zum Beginn des Schuljahres im September umsetzen können“, gab sich Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) am Mittwoch zuversichtlich. Schulleiter Haß reagierte mehr als erleichtert. „Die Module würden das Problem lösen. Wir sind sehr zufrieden, wenn Finanzausschuss und Gemeindevertretung mitmachen.“