17. November 2016

 

 

Die Pavillonklassen sind abgerissen - jetzt sollen möglichst rasch neue Räume an der Gemeinschaftsschule (im Hintergrund) entstehen. ©

 

Von Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. So jung ist das Publikum bei Sitzungen im Ratssaal selten: Unter den über 40 Gästen im Schulausschuss waren neben Lehrern auch viele Schüler der Gemeinschaftsschule Altenholz. So erfuhren sie aus erster Hand, dass im Haushalt 2017 schon mal Geld verankert wurde, um die Raumnot zu lindern.

Schon in der Fragestunde machten Schüler, Lehrer und Eltern deutlich, wie dringend die bereits im Mai in Aussicht gestellten zwei bis vier Räume benötigt werden. Und zwar nicht nur für den Unterricht von über 40 Flüchtlingskindern in Deutsch als Zweitsprache, sondern auch für Lehrpraktiken wie integrativen und differenzierten Unterricht. Auch in Sachen Mensa hakten Sitzungsbesucher gleich mal nach. Diese war im vergangenen Jahr mehrheitlich von der Gemeindevertretung abgelehnt worden. „Die Cafeteria für 1000 Schüler wird von Eltern ehrenamtlich betrieben. Das soll eine Ganztagsschule sein?“, fragte eine Lehrerin.

Für die benötigten Schulräume wurde mittlerweile durch den Abriss der alten Pavillons im Sommer Platz geschaffen. Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) erklärte, warum man noch nicht weiter ist: Bislang sei es trotz Anfragen bei verschiedenen Stellen nicht gelungen, an Container zu kommen. Ohnehin wären diese wegen ihrer Beschaffenheit auch nur als Übergangslösung zu nutzen. Eine weitere Möglichkeit wären Modulbauten, die auch langfristig nutzbar wären. Allerdings sind diese finanziell kaum günstiger als ein konventionell gebautes Haus. Es stelle sich die Frage, ob der Raumbedarf nur vorübergehend oder dauerhaft wäre: „Dann könnte man über eine stabilere, langfristigere Lösung nachdenken“, erklärte Ehrich. Einem späteren Mensabau stehe keine Variante entgegen.

Gemeinschaftsschulleiter Thomas Haß erklärte, man nutze zurzeit „jeden Quadratzentimeter“. Deshalb würde man sich über eine schnelle Lösung mit vier Räumen freuen, auch wenn etwas Stabiles natürlich sinnvoller wäre. Andrea Eick, Schulleiterin der Claus-Rixen-Schule, wies darauf hin, dass eigentlich noch ein weiterer Raum benötigt werde, weil der Zulauf zur Betreuten Grundschule in Stift so groß sei. Und sie sagte, die Leiter aller Altenholzer Schulen „sind dafür, die Mensa nicht aus den Augen zu verlieren“.

Wir Schulleiter sind dafür, die Mensa nicht aus den Augen zu verlieren.

Andrea Eick, Leiterin der Claus-Rixen-Schule

Die Container-Lösung gefiel niemandem im Ausschuss: „Aber was ist, wenn ein fester Bau zwei Jahre dauert“, fragte Jörgen Danielsen (AWG). Jens Kruschwitz (SPD) teilte die Bedenken. Natürlich freue sich die SPD über die Gedanken zur Mensa – seine Fraktion hatte im vergangenen Jahr dafür gestimmt. Dennoch warnte er vor einer Vermischung mit der aktuellen Raumnot.

CDU-Fraktionschef Jürgen Schlüter erklärte, der Raumbedarf der Gemeinschaftsschule sei ein langfristiger. Das erfordere eine sichere und dauerhafte Lösung – und die bekäme man mit den Modulbauten. Die, schätzte Ehrich, könnten wohl zu Beginn des nächsten Schuljahres stehen.

Angesichts der immer wieder aufkommenden Mensa-Debatte warnte Danielsen vor einer „Wünsch-dir-was-Runde“: Sinn der Diskussion sei der dringende Bedarf der Gemeinschaftsschule. Schlüter schloss sich an: Über einen festen Bau zu diskutieren, verzögere das Ganze. Dennoch bat der Bürgermeister um vier Wochen Zeit für eine Kostenschätzung zum Festbau. 650 000 Euro wurden jedenfalls schon mal im Haushalt eingeplant – ob für Module oder Neubau.