17. Februar 2017

 

Schulleiter Thomas Haß ist frustriert: Die alten Pavillonklassen am Zentrum in Stift wurden abgerissen – doch neue Räume sind für die Gemeinschaftsschule nicht in Sicht, hat die Verwaltung signalisiert. ©

 

Keine Klassenräume in Sicht?

Frust an der Gemeinschaftsschule nach Infos der Verwaltung – Ausschussvorsitzende: Thema ist nicht vom Tisch

Von Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Es brodelt an der Gemeinschaftsschule in Altenholz: Grund ist die Raumnot, für die aus Lehrer- und Schülerperspektive keine Lösung in Sicht scheint. Und das, nachdem die Kommunalpolitiker in mehreren Sitzungen im vergangenen Jahr ganz andere Signale ausgesandt hatten.

Im November hatten zahlreiche Schüler, Lehrer und Eltern als Besucher im Rathaus verfolgt, wie der Schulausschuss Geld für Modulbauten oder sogar ein festes Gebäude im Etat für 2017 verankerte. Schon im Mai hatte sich der Ausschuss dafür ausgesprochen, dass zwei bis vier neue Räume an der Gemeinschaftsschule entstehen sollen. Der Abriss der alten Pavillonklassen im August nährte die Hoffnung, dass auf der freien Fläche Räume entstehen würden. Doch im Dezember strich das letztlich entscheidende Gremium – die Gemeindevertretung – einstimmig die Kosten für die Anschaffung von Modulen aus dem Haushalt 2017.

Bislang geht man an der Schule davon aus,

dass es keine weiteren Räume geben wird.

Schulleiter Thomas Haß sagt, dass er diese Information vor Kurzem von der Verwaltung bekam, bei der Vorbereitung auf die nächste Sitzung des Schulausschusses. Nun ist die Enttäuschung an der Gemeinschaftsschule groß. Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) verweist auf den Beschluss der Gemeindevertretung. Die Verwaltung schwebe in dieser Frage im luftleeren Raum: „Wir haben keinen Auftrag und kein Geld.“

Das sieht die Schulausschuss-Vorsitzende Sina Marie Rooswinkel-Weiß (SPD) anders und vermutet ein „Kommunikationsproblem“. Man habe zwar das Geld für die Module gestrichen, weil diese sehr teuer sind, erklärt sie. Es habe aber die Bitte an die Verwaltung gegeben, Informationen über Container zu beschaffen: ob diese – wie mittlerweile klar ist – tatsächlich kostenlos vom Land angeboten werden, was Altenholz für Anlieferung und Aufbau zahlen müsste, ob die Container für die Schule nutzbar sind, und ob das auf der Pavillonfläche möglich wäre. Die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker seien darauf angewiesen, dass die Verwaltung „das tut, worum wir bitten“. Die Beratung über die kostenlosen Container kann, erklärt Sina Marie Rooswinkel-Weiß, auch per Dringlichkeit auf die Tagesordnung im Schulausschuss am nächsten Dienstag genommen werden. Sie betont, dass die Frage zusätzlicher Räume für die Gemeinschaftsschule in Stift nicht vom Tisch sei.

An der Gemeinschaftsschule geht man bislang allerdings – nach den Informationen durch die Verwaltung – davon aus, dass es keine weiteren Räume geben wird. Lehrerin Astrid Urban war im November mit ihren Wirtschafts- und Politik-Schülern im Ausschuss. Sie ist über die Entwicklung frustriert. Die Gemeinschaftsschule werde wie ein Stiefkind „seit Jahren“ vertröstet. Dabei gehe es darum, pädagogische Aufträge des Landes zu erfüllen – wie zum Beispiel differenzierten Unterricht: „Dazu benötigt man Räume.“ Die Größe der Klassen sei an der Gemeinschaftsschule ebenfalls ein Problem.

Schulleiter wäre auch mit Containern zufrieden

Auch die Schüler verweisen auf die Raumnot. Die trifft ebenso die Grundschule, weil Gemeinschaftsschüler teilweise deren Klassen nutzen müssen. Nach dem Abriss der Pavillonklassen „haben sich alle gefreut und gedacht, da kommt jetzt was hin“, sagt eine Jugendliche: „Und jetzt die Enttäuschung.“

Schulleiter Thomas Haß erklärt, er habe seinen Unmut über die Entwicklung bereits gegenüber der Verwaltung geäußert.

Er erinnert an die Diskussion über die Mensa, die nach zunächst positiven Signalen im September 2015 überraschend vom Tisch gefegt worden war

Und tatsächlich wäre der Schulleiter übergangsweise auch mit den Containern zufrieden, die das Land gerade verschenkt. Das hatte er bereits im November im Schulausschuss erklärt. Damals hatte der Ausschuss allerdings Module bevorzugt, oder gar einen festen Bau.

Ausschuss für Schule, Sport und Kultur: Sitzung am Dienstag, 21. Februar, ab 17 Uhr im Rathaus. Themen: Einwohnerfragestunde, Berichte über die Schulsozialarbeit, Ganztagsangebote, Schulkostenbeiträge, Platzangebot Betreute Grundschule

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