23. Februar 2017

Container als Ersatz für fehlende Klassenzimmer?

Ausschuss will Möglichkeiten prüfen lassen

Gemeinschaftsschule klagt über Raumnot für Gruppenarbeit

 

Als möglicher Standort für zusätzliche Klassenräume gilt die Fläche neben der Gemeinschaftsschule, wo bis zum vergangenen Sommer die ausgedienten Pavillons standen.

Kommt jetzt die Containerlösung? In der Gemein-schaftsschule Altenholz gibt es Klagen über Raum-not. Hier paukt die Klasse 5a gerade Mathe. ©

Altenholz. Dicke Luft im Altenholzer Ausschuss für Schule, Sport und Kultur: Rund 20 Bürger verfolgten am Dienstagabend die Sitzung im Ratssaal und ließen Dampf ab. Für Unmut sorgt die Raumnot in der Gemeinschaftsschule in Stift. Laut Schulleiter Thomas Haß besteht Bedarf an Klassenzimmern für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Gruppenarbeit. Deshalb erhielt die Verwaltung in der Sitzung den Auftrag, Informationen über Container vom Land Schleswig-Holstein einzuholen.

Erst wenn Angaben über Kosten für Transport und Aufbau sowie die Eignung der Übergangslösung vorliegen, wollen die Kommunalpolitiker entscheiden. Ursprünglich kamen die Container zur Unterbringung von Flüchtlingen zum Einsatz, doch aufgrund der sinkenden Zahl von Asylsuchenden stellt das Land diese nun, wie berichtet, unentgeltlich zur Verfügung.

„Es ist laut und man kann sich im Unterricht kaum konzentrieren“, beklagte Schüler Danny (16) nach der Sitzung auf Anfrage. Nach Auskunft von Schulleiter Thomas Haß sind einige Klassenräume zu klein. „Ich weiß nicht, was ich den Schülern und Eltern noch sagen soll“, bedauerte der Pädagoge. Wo einmal die Pavillons standen, ist jetzt eine leere Fläche mit Bauzaun. „Wie auf dem Gelände der abgebrannten Ladenzeile“, so Haß. So war die Enttäuschung groß, als die Gemeindevertretung im Dezember die Mittel für neue Räume aus dem Haushalt strich. Dabei hatten der Abriss besagter Pavillons im vergangenen Sommer sowie eine Diskussion im Schulausschuss im November über Modulbauten oder sogar ein festes Gebäude für Hoffnung gesorgt.

Die im vergangenen Sommer abgerissenen Pavillonklassen fehlen an der Schule in Altenholz.

Am Dienstag lautete nun der Tenor im Ausschuss: Es herrscht Ebbe in der kommunalen Kasse. Zudem habe die Gemeindevertretung das letzte Wort, nicht der Ausschuss, betonte die Vorsitzende Sina Marie Rooswinkel-Weiß (SPD). Hinzu kam ein Missverständnis: Laut Ausschussvorsitzender erwarteten die Kommunalpolitiker Zahlen und Fakten zu einer Containerlösung, die jedoch von der Verwaltung nicht geliefert wurden. Nach Auffassung der Behörde sei die Variante nach den jüngsten Diskussionen vom Tisch gewesen, erklärte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Selbstverständlich werde die Verwaltung nun den Rechercheauftrag erfüllen.

Außerdem soll ein Schulentwicklungsplan auf den Weg gebracht werden. Die Empfehlung sprach der Ausschuss im nicht öffentlichen Teil aus. Nach Aussage von Carlo Ehrich sieht das Konzept eine wissenschaftliche Analyse der Schulentwicklung in der Gemeinde vor. Eine Fachfirma nehme dafür Geburtenzahlen, Raumbedarf und Pendler-Kinder unter die Lupe. Kosten: etwa 13 000 Euro.

Großer Beliebtheit erfreut sich die Betreute Grundschule in Altenholz. Wegen des Ansturms stimmte der Ausschuss einer Erweiterung in beiden Ortsteilen zu. Es gab grünes Licht für einen Durchbruch von der „Betreuten“ in den Grundschultrakt der Claus-Rixen-Schule in Stift. Kosten für den Umbau: etwa 5900 Euro. Ob in Klausdorf künftig noch vier Gruppen ausreichen, steht erst mit Ende der Anmeldefrist am 28. Februar fest. Ist eine Ausweitung nötig, sollen zusätzliche Mittel für Personal bereitgestellt werden – dafür sprach sich der Ausschuss mehrheitlich aus. bud