15. Juni 2017

Schüler setzen Zeichen für eine Mensa

Demo zur Sitzung des Kinder- und Jugendbeirats –

Projekt scheiterte bisher an der Finanzlage der Gemeinde

 

Mit einer Demo warben Jugendbeirat, Schüler und Lehrer für eine Schulmensa in Altenholz. Mitgebracht haben sie unter anderem ein 15 Meter langes Banner, auf dem sie sich mit Händen und Namen verewigt haben.

©  Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

 

Altenholz. Ein deutliches Zeichen: Unterstützt vom Kinder- und Jugendbeirat warben Schüler und Lehrer am späten Dienstagnachmittag bei einer Demonstration für eine Mensa an der Gemeinschaftsschule. Etwa 60 Teilnehmer marschierten mit Plakaten und Getröte vom Schulzentrum ins Rathaus, wo anschließend der Jugendbeirat tagte.

Das Thema Schulmensa beschäftigt Altenholz schon lange: Zuletzt wurde 2015 im Schulausschuss über eine große Variante – gemeinsam mit dem Gymnasium – und eine kleinere, erweiterbare Lösung für die Gemeinschaftsschüler verhandelt. Doch die Mehrheit lehnte damals das Projekt ab – nach zunächst durchaus positiven Signalen für die Schulen.

Besonders gravierend an der Gemeinschaftsschule

Und so essen die Schüler weiterhin in Provisorien: in einer ehrenamtlich betriebenen Cafeteria am Gymnasium und einem Mehrzweckraum für die Gemeinschaftsschüler, der auch für Klausuren und Projekte genutzt wird. Die Demo warb nun vor allem für eine Mensa an der Gemeinschaftsschule, weil das Problem dort besonders gravierend sei. „Das ist der gemeinsame Wunsch von Schülern, Lehrern und Beirat“, erklärte die Vorsitzende Sarah Müller (18). Die Auszubildende besuchte selbst die Gemeinschaftsschule und sagt: „Das sind keine akzeptablen Zustände.“ Fast jede Schule habe heutzutage eine Mensa, weil ganztags unterrichtet wird. Doch an der Gemeinschaftsschule müsse fürs Essen immer „erst geräumt werden“. Das Provisorium bietet nur etwa einem Zehntel der Schüler Platz fürs Mittagessen.

Deshalb zogen geschätzt über 60 Schüler, Lehrer und Beiratsmitglieder vom Schulzentrum ins Rathaus, zur Sitzung des Kinder- und Jugendbeirats. Dieses Gremium, erklärte Sarah Müller, habe einfach mehr Möglichkeiten, die Politiker anzusprechen. In der Tat waren im Ratssaal Vertreter aller Fraktionen und der Bürgermeister, um die Demo-Teilnehmer zu empfangen. „Ich bin schwer beeindruckt von der machtvollen Demonstration“, lobte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Die Schüler hätten sachlich, aber inhaltlich stark und überzeugend auf ihre Interessen hingewiesen. Und das zu einem guten Zeitpunkt: 2018 sind Kommunalwahlen: „Das Zeichen wird in den Köpfen hängen bleiben.“

An gutem Willen fehlt es nicht. Die Gemeinde ist uns gegenüber kooperativ. Eine Mensa ist teuer.

Laura Brügmann, Jugendbeirätin

Jacqueline Sieb (13) war bei der Demo mit dabei. Die Schülerin wünscht sich die Mensa, „weil wir unsere Freizeit in den Pausen dort verbringen wollen. Der Raum geht gar nicht. Er ist so unruhig und klein“. Lars Krüger (13) sagt, die Schüler benötigen die Mensa zum Essen und für Regenpausen. Auch Charlin Spey (12) möchte dort essen oder sich mit Freunden zum Quatschen treffen.

Unter anderem brachten die Demo-Teilnehmer ein 15 Meter langes, beeindruckendes Banner mit: Mit dem Umriss ihrer Hände und Namen hatten sich darauf viele schriftlich für die Mensa stark gemacht. „Das Banner ist ein deutliches Zeichen: Wir brauchen eine Mensa“, sagte die Jugendbeiratsvorsitzende Sarah Müller. Kollegin Laura Brügmann ergänzte: „An gutem Willen fehlt es hier nicht. Die Gemeinde ist uns gegenüber kooperativ. Eine Mensa ist teuer.“

Gute Stimmung nach der gelungenen Demonstration in der Sitzung des Jugendbeirats: (v.l.) Bürgermeister Carlo Ehrich, Vorsitzende Sarah Müller sowie Laura Brügmann, Danny Groß und Lena Braumann.                       ©

Für die verschuldete Gemeinde sind die Kosten ein Problem

Niemand stelle die Sinnhaftigkeit einer Mensa in Frage, erklärte der Bürgermeister. Er wies allerdings, wie auch die Kommunalpolitiker, auf die schwierige Finanzlage hin: Zurzeit zahlt Altenholz allein 800 000 Euro im Jahr an Zinsen für die Schulden der Gemeinde.

Ob die Demo dennoch zu einem anderen Blick auf das Thema Mensa führt, müssen die künftigen Diskussionen der Kommunalpolitiker zeigen. Silke Worth-Görtz (Grüne) ermunterte den Nachwuchs, auch künftig seine Interessen zu artikulieren: „Nur dann werdet ihr gehört.“