15. November 2017

 

Elternbeirat ruft zur Demo auf

Ziel ist, der Gemeinschaftsschule den Rücken zu stärken – Forderung: Sanierung, Digitalisierung, mehr Räume

Von Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

 

Am Schulzentrum in Altenholz-Stift werden derzeit die Container für die Gemeinschaftsschule (hinten links) hergerichtet. © Ulf Dahl

Altenholz. Nun machen die Eltern mobil und setzen sich für eine bessere Ausstattung der Gemeinschaftsschule Altenholz ein: Der Schulelternbeirat ruft zu einer friedlichen Demo am morgigen Donnerstag um 17 Uhr im Rathaus auf. Dann tagt im Ratssaal der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur.

„In der Vergangenheit ist viel vernachlässigt worden“, kritisiert der Elternbeiratsvorsitzende und Initiator der Aktion, Jens Lersmacher. Die Demo sei für die Eltern die einzige Möglichkeit, in Altenholz etwas zu bewegen. Man sei in den letzten Jahren immer wieder enttäuscht worden, heißt es im Aufruf: „Zusagen wurden nicht eingehalten und Beschlüsse nicht umgesetzt. Damit soll Schluss sein!“ Den Demonstrierenden geht es dabei vor allem um „Sanierung, Digitalisierung, Räume“ – so das Motto auf den Flugblättern.

Immer wieder seien Zusagen nicht eingehalten, Beschlüsse nicht umgesetzt worden, so die Kritik.

Man möchte zudem ein Zeichen setzen, erklärt Jens Lersmacher: „Es soll deutlich werden, dass wir eine Gemeinschaft sind, die der Schule den Rücken stärkt.“ Er lobt: „Was die Lehrkräfte und Schulleiter Thomas Haß leisten, ist toll.“

Der Elternbeiratsvorsitzende sorgt sich, dass die Schule den Konkurrenzkampf gegen andere Einrichtungen verliert. Er sei selbst Lehrer, weiß, dass zum Beispiel der geforderte differenzierte Unterricht nur mit den entsprechenden Räumen funktioniere. In der Vergangenheit habe der Finanzausschuss der Gemeinde aber mehrfach Projekte „vom Tisch gefegt“. Nun hofft er, dass die Eltern mit ihrer Demo den Schulausschuss auf ihre Seite holen können.

Außerdem, erklärt Jens Lersmacher, hatte der Elternbeirat Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) zur jüngsten Sitzung eingeladen. Dort habe man dem Verwaltungschef erläutert, warum die Eltern unzufrieden mit der Entwicklung der Gemeinschaftsschule sind und die Demo planen. Kritisiert wurden zum Beispiel die Schulkostenbeiträge, die Altenholz für auswärtige Schüler erhebt und die „seit Jahren die geringsten weit und breit“ seien. Die Eltern wollen zudem wissen, ob die Gemeinde jährlich die vorgeschriebene Investitionspauschale in ihre Gemeinschaftsschule investiert. Wann die alte Lehrküche modernisiert wird, wann weitere Schallschutzdecken eingebaut werden, ob es einen Renovierungsplan gibt.

Zudem fragen sie, ob die Gemeinde bereit sei, Investitionen in die Neuausrichtung der Einrichtung als „gesunde Schule“ zu leisten und ob die Kommune zeitnah für moderne Computer und einen leistungsstarken Glasfaseranschluss sorge. Zumindest in Sachen Digitalisierung soll wohl etwas passieren, erfuhren die Eltern im Beirat. Derzeit ist im Haushalt die Anschaffung von 30 neuen Computern vorgesehen.

An der Gemeinschaftsschule herrscht Raumnot. Deshalb waren der Schule schon 2016 zwei bis vier neue Räume zugesagt worden, um zum Beispiel integrativen sowie differenzierten Unterricht leisten zu können. Auch für den Deutschunterricht für Flüchtlingskinder fehlt es an Platz. Im November 2016 besuchten dann etwa 40 Schüler und Lehrer den Schulausschuss, um auf die Raumnot aufmerksam zu machen. Das Gremium verankerte daraufhin zwar Geld für einen Modulbau im Etat, das die Gemeindevertretung aber wieder strich: Man wollte lieber auf kostenlos vom Land zur Verfügung gestellte Flüchtlingscontainer zugreifen. Diese werden jetzt hergerichtet und sollen voraussichtlich zum Beginn des neuen Schulhalbjahres im Schulbetrieb genutzt werden können.