18. September 2017

 

Protest der Eltern zeigt Wirkung

 

Demo für bessere Ausstattung der Gemeinschaftsschule: Verwaltung soll mehr Personal bekommen

Von Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

 

Der Elternbeiratsvorsitzende Jens Lersmacher kritisiert in der Einwohnerfragestunde die Ausstattung der Schule.

Altenholz. Der angekündigte Eltern-Protest in Sachen Sanierungsstau Gemeinschaftsschule hat die Altenholzer Fraktionen offensichtlich aufgerüttelt: Schon vor der Demo in der Sitzung des Schulausschusses am Donnerstag wurden Weichen für Verbesserungen gestellt. „Wir haben verstanden“, so lautete die Botschaft von Kommunalpolitik und Verwaltung.

Etwa 60 Eltern, Schüler und Lehrer sind zur Schulausschuss-Sitzung ins Rathaus gekommen, um sich in einer friedlichen Demonstration für eine bessere Ausstattung der Gemeinschaftsschule einzusetzen. „An unseren Kindern sollten wir nicht sparen“, sagt zum Beispiel Kathrin Much, Mutter einer Fünftklässlerin, vor Beginn der Veranstaltung. An der Gemeinschaftsschule fehlten Räume für den differenzierten Unterricht, die PC-Ausstattung ist veraltet. Auch Lärmschutzdecken seien wichtig: „Denn wenn es hallt, kann man sich nicht konzentrieren.“ Eine Siebtklässlerin wünscht sich „neue Klassenräume, damit alle Schüler Platz haben“.

Eltern würdigen auch die „tolle Arbeit“ der Lehrer

Eine andere Mutter sagt: „Es gibt eigentlich überall Bedarf. Auch die Lehrküche müsste modernisiert werden.“ Es habe ja auch schon Zusagen für Dinge gegeben, die dann doch wieder gekippt wurden. Ein Siebtklässler erzählt, er habe sich mal den PC-Raum im Gymnasium angeschaut: „Da ist alles neu. Unsere Schule braucht so was auch!“ Es gehe darum, dass jetzt auch „endlich mal Gelder in die Gemeinschaftsschule fließen“, erklärt eine Mutter, warum sie gekommen ist. Und es sei wichtig, die Lehrer zu unterstützen, die eine „tolle Arbeit machen“, heißt es unter den Protestlern.

Am Schulzentrum werden die Container für die Ge-meinschaftsschule zusammengesetzt. Voraussichtlich stehen sie zum neuen Schulhalbjahr zur Verfügung. ©

In der Einwohnerfragestunde meldet sich dann Jens Lersmacher zu Wort, Elternbeiratsvorsitzender und Initiator der Aktion. „Wir sind gefrustet“, erklärt er den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur: „Wenn es der Schule nicht gut geht, geht es unseren Kindern nicht gut. Und die Kinder sind unsere Zukunft.“ Im Moment seien es die Lehrkräfte, die das Niveau der Gemein-schaftsschule aufrechterhielten – doch irgendwann seien auch deren Grenzen erreicht.

Sachlich spricht er die Defizite in Sachen Aus-stattung der Gemeinschaftsschule an. Lobt, dass der Bürgermeister im Schulelternbeirat schon

den Austausch von 50 Computern für dieses Jahr angekündigt hatte und betont, es gehe den Eltern nicht darum, die Kommunalpolitiker anzugreifen:

„Wir wollen dafür werben, dass Sie in Ihren Entscheidungen dichter an uns heranrücken.“

Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) räumt ein, dass zum Beispiel Kiel und Kronshagen mehr in ihre Schulen investierten: „Aber vielleicht gab es da auch mehr Sanierungsbedarf.“ Zudem sei durchaus in die Gemeinschaftsschule Altenholz investiert worden: „Wenn auch sicher nicht in dem Ausmaß, dass Sie sich wünschen – und was wir vorhatten.“ Grund seien auch Personalmangel und unerwartete Aufgaben gewesen: „Aber es ist einiges offen geblieben. Und das ist nicht gut.“

Die Finanzlage in Altenholz sei prekär, erklärt der Bürgermeister: Die Gemeinde habe ein Haushaltsloch von etwa 1,5 Millionen Euro. Dennoch habe der Hauptausschuss am Mittwoch Konsequenzen aus der Kritik gezogen und der Gemeindevertretung empfohlen, das Bau- und Ordnungsamt um zwei Stellen zu verstärken: „Wir wollen diese Verantwortung übernehmen.“ Und auch im Bereich IT sei geplant, eine zusätzliche Stelle zu schaffen, damit man zügiger bei Problemen reagieren könne.

Jörgen Danielsen (AWG) weist darauf hin, dass man sich für die Containerlösung entschieden habe, weil ein fester Bau noch viel länger gedauert hätte. Man nutze die Zeit mit dem Provisorium, um in einer Schulentwicklungsplanung den Bedarf in Altenholz zu ermitteln, erklärt Jens Kruschwitz (SPD). „Wir haben alle erkannt, dass die Schulen mehr Unterstützung brauchen“, betont Mike Buchau (CDU). Und so lobt denn am Ende der Debatte auch eine Lehrerin das Gremium: „Ich freue mich sehr, dass Sie begriffen haben, dass da eine Entwicklung stattfinden muss.“ Auch Jens Lersmacher war anschließend sehr zufrieden: „Wir haben gezeigt, dass das wichtig ist.“

Schulentwicklungsplanung wurde angeschoben