Kooperationsvereinbarung

zur

Landespartnerschaft

Schule und Wirtschaft Schleswig-Holstein

 

Präambel:

Die schleswig-holsteinische Wirtschaft erwartet – auch infolge der demografischen Entwicklung – künftig einen steigenden Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften. Durch sich verändernde Arbeitsabläufe, durch steigenden Einsatz elektronischer Systeme und die Notwendigkeit, Kunden kompetenter, intensiver, umfassender und individueller beraten zu müssen, steigen die Anforderungen an die fachlichen und sozialen Kompetenzen der Jugendlichen. Um die nachwachsende Generation auf diese Anforderungen vorzubereiten, sind Schule und Wirtschaft gemeinsam gefordert.

 

Für Schulen ist die Kooperation mit der Wirtschaft eine unverzichtbare Voraussetzung, um Schülerinnen und Schülern auf die Anforderungen im Arbeitsleben vorzubereiten, insbesondere weil nur so die notwendigen Praxiserfahrungen frühzeitig vermittelt werden können.

 

Die Landesregierung Schleswig-Holstein mit dem Ministerium für Bildung und Kultur, dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit und dem Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, stellt sich gemeinsam mit der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein, der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. (UV Nord), dem Landesverband der Freien Berufe in Schleswig-Holstein sowie der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit dieser Aufgabe. Sie schließen sich in einer

 

Landespartnerschaft Schule und Wirtschaft Schleswig-Holstein

 

zusammen.

 

 

1. Zielsetzung

Die Partner sind übereingekommen gemeinsam und unter Berücksichtigung aller Aspekte zur Herstellung von Chancengleichheit für folgende Zielsetzungen zu arbeiten und einzutreten:

·         Förderung und Entwicklung einer flächendeckenden engen Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen und Betrieben

·        Unterstützung der nachhaltigen Kooperationen von Schulen, Hochschulen und Betrieben

·        Stärkung der Ausbildungsreife und Studierfähigkeit von Schülerinnen und Schülern

·        Verbesserung des Übergangs von der Schule in die passende Ausbildung bzw. das Studium durch eine praxisnahe Berufsorientierung

·        Schaffung organisatorischer Strukturen zur Umsetzung von Maßnahmen durch den Auf- und Ausbau regionaler Netzwerke, an denen die für die Berufsberatung und Ausbildungsstellenvermittlung zuständigen Stellen aktiv mitarbeiten.

·         

Auf Grundlage der vorgenannten Ziele wollen die Partner der Landespartnerschaft Schleswig Holstein

·        noch enger zusammenarbeiten

·        die Schulen bei der Verbesserung ihrer Kooperationen mit der Wirtschaft sowie bei der Berufs- und Studienorientierung unterstützen und so einen Beitrag zur Verbesserung der Berufswahlkompetenz und der Ausbildungsreife und Beschäftigungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern unter Einbeziehung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten leisten,

·        anregen, die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben sowie die Berufs- und Studienorientierung als Schwerpunkt in das Schulprofil aufzunehmen und

·        den Aufbau von Strukturen zur „Koordinierung vor Ort“ im Rahmen des Handlungskonzepts Schule & Arbeitswelt unterstützen und mit konkreten Aktivitäten in der ESF-Förderperiode bis zum Jahr 2013 hinterlegen.

 

 

2. Vorhandene Initiativen und Projekte

In den vergangenen Jahren wurden von verschiedenen Institutionen und Organisationen der Wirtschaft, den Sozialpartnern, den Arbeitsagenturen, der Landesregierung, den Schulämtern und Schulen des Landes Schleswig-Holstein, Hochschulen und privaten Akteuren zahlreiche Initiativen und Projekte entwickelt, um Schule und Wirtschaft einander näher zu bringen. Handlungsfelder sind vor allem:

·        Stärkung bestimmter Aspekte der Ausbildungsreife von Schülerinnen und Schülern, wie z.B. soziale und Selbstkompetenzen wie Pünktlichkeit und Ausdauer

·        Wirtschaftsbezogene Bildung in den Schulen praxisorientiert gestalten

·        Berufs- und Studienorientierung sowie Berufswahlvorbereitung

·        Betriebspraktika von Schülerinnen und Schülern

·        Schülerfirmen und –projekte, Wettbewerbe

·        Kooperationsvereinbarungen, auch auf Basis gegenseitiger Leistungen, zwischen Schulen und Betrieben, Trägern der beruflichen Bildung, Hochschulen

·        Lehrkräftefortbildung und betriebliche Praktika von Lehrkräften

·        Stärkung der Orientierung auf MINT-Fächer.

Diese Initiativen gilt es zu stärken, auszubauen und in einem landesweiten Netzwerk

miteinander zu verbinden.

 

 

3. Maßnahmenplan

Zur Umsetzung der Ziele werden folgende Maßnahmen beschlossen:

·      Fortsetzung des Projektes „Regionale Fachberatung Schule und Betrieb“ bei der IHK Schleswig-Holstein und der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, um die Schließung von Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft vor Ort zu fördern und zu unterstützen

·      Koordinierte Umsetzung und Weiterentwicklung des Handlungskonzepts Schule & Arbeitswelt, welches darauf ausgerichtet ist, Schülerinnen und Schülern der Bildungsgänge, die zum Hauptschulabschluss führen, den Förderzentren sowie in den Berufseingangsklassen der Berufsbildenden Schulen individuell beim Übergang in berufliche Qualifizierung zu fördern. Weiterentwicklung und Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen und Unterstützungsstrukturen auf örtlicher Ebene in gemeinsamer Verantwortung mit den Kreisen und kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein.

·      Einsatz von „regionalen Servicestellen“

·      Unterstützung der vorhandenen Aktivitäten der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit im Bereich der Berufs- und Studienorientierung

·      Unterstützung von Maßnahmen im Bereich der Lehrkräftefortbildung

·      Regionale Vernetzung und Unterstützung von Aktivitäten und Akteuren im Bereich von Schule und Wirtschaft sowie Berufsorientierung, insbesondere durch die Nutzung von vorhandenen Strukturen und enger Zusammenarbeit mit den

o       Arbeitskreisen SchuleWirtschaft der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. (UV Nord)

o       den Ausbildungsplatzakquisiteurinnen und -akquisiteuren bei den Kammern

o       die Beauftragten der Schulen für Berufsorientierung

o       der Berufsberatung für die Studien- und Berufswahl der Arbeitsagenturen

o       den Berufsbildenden Schulen bzw. Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ)

o       dem Bildungszentrum Tannenfelde (der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft e.V.)

o       den Elternvertretungen

o       den Hochschulen

o       der IHK Nord e.V. (Initiative Bildungspolitik)

o       der Initiative für Beschäftigung (Zusammenschluss namhafter Unternehmen auf Bundes- und auf Landesebene zur Verbesserung der Ausbildungs- und Beschäftigungssituation für junge Menschen )

o       den Initiativen wie Nordjob, Straße des Handwerks, Tecnopedia, Werkstattwochen etc. der IHKs, Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften

o       dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein - IQSH

o       der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein

o       dem Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein (JAW) und weiteren Trägern der beruflichen Bildung

o       den Kreisfachberaterinnen und -beratern und Wirtschaftskoordinatorinnen und -koordinatoren an Gymnasien und Gesamtschulen

o       Maßnahmen des Landesverbandes Freie Berufe

o       den regionalen Steuerungsgremien im Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt

o       den Schulbeauftragten für Berufsorientierung an den Schulen,

o       den Schülervertretungen,

o       der Stiftung Nordmetall sowie

o       Maßnahmen anderer Akteure.

 

Das Konzept „Landespartnerschaft Schule-Wirtschaft in Schleswig-Holstein“ ist Bestandteil dieser Kooperationsvereinbarung und legt im Einzelnen Aufgaben der Maßnahmen fest.

 

 

 

Schlussbestimmungen

Diese Kooperationsvereinbarung aktualisiert die Gründungsvereinbarung vom 17. Oktober 2006 und wird mit der Unterzeichnung der nachstehend genannten Institutionen gültig.

 

______________________________               _____________________________

Minister für Wissenschaft, Wirtschaft                    Minister für Bildung und Kultur

und Verkehr

 

______________________________               _____________________________

Minister für Arbeit, Soziales und                            Vereinigung der Unternehmens-

Gesundheit                                                               verbände in Hamburg und

Schleswig-Holstein e.V.

 

______________________________               _____________________________

Industrie- und Handelskammer                              Handwerkskammer

Schleswig-Holstein                                                 Schleswig-Holstein

_____________________________                 _____________________________

Regionaldirektion Nord der                                    Landesverband der Freien

Bundesagentur  für Arbeit                                      Berufe in Schleswig-Holstein

 

 

Kiel, den 26. April 2010