Aus den Kieler Nachrichten vom 12.1.99:

"Landesbildungsserver" im Internet wurde an der Realschule Altenholz aus der Taufe gehoben

 
Ein Forum für Schulen ans Netz
 

Altenholz (TM) Großer Tag für Wladislaw Agabekov: Der Schüler der 10. Klasse in der Realschule Altenholz konnte gestern mit Landesbildungsministerin Ute Erdsiek-Rave surfen gehen. Da die Ostsee derzeit bitter kalt ist, suchten sich die beiden als rasantes Surf-Revier lieber den Computerraum aus. Mit flinkem Mausklicken navigierte Wladislaw die Ministerin über die Wellen des Internets zur Homepage der Realschule und entdeckte dabei Neuland. Die Homepage ist jetzt eine unter vielen Adressen im Landesbildungsserver den die Ministerin gestern in Altenholz aus der Taufe hob. Er bündelt landesweite Informationen der virtuellen Bildungslandschaft.

 
Surfen macht auch der Bildungsministerin Spaß: Schüler Wladislaw Agabekov navigierte Ute Erdsiek-Rave gestern durch die Homepage der Realschule Altenholz. ( Foto TM) 
 
 
 

Etwa ein Drittel (exakt 324) aller Schulen im Lande haben bereits durch die Landes- und Bundesinitiative "Schulen ans Netz" einen Internet-Zugang. Viele basteln derzeit an einer eigenen Homepage, einer elektronischen Visitenkarte, die auch über zahlreiche Projekte und Aktivitäten informiert. Schulen werden so zu gläsernen Gebäuden, die ihr Innenleben weltweit präsentieren. An der Altenholzer Realschule gehört diese Arbeit zum Wahlpflichtkurs Informatik, den 80 Prozent aller Schüler belegen.

"Der Landesbildungsserver ist ein wichtiger Beitrag zur Modernisierung von Schule und Bildung durch technische Innovation", betonte Erdsiek-Rave. Durch die Bündelung von Informationen bietet die Internet-Adresse www.lernnetz-sh.de ein Kommunikationsforum speziell für Schulen, um regional und international vernetzte Unterrichtsprojekte zu initiieren und auszuprobieren. Darüber hinaus können Schulen über Internet Wissen anzapfen und online recherchieren. Gleichzeitig werden sie durch sogenannte Mailing-Listen auf Interessantes hingewiesen.

In Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen soll auch spezielle Unterrichtssoftware für den Umgang mit den neuen Medien entwickelt und über den Server angeboten werden. Die Ministerin hofft, daß bis zum Vollausbau dieser Datenbank im Jahr 2001 ein "elektronisches Schulbuch" entsteht. Auch Gesetze und Lehrpläne werden über Mausklick verfügbar sein. Im Auftrag der Staatskanzlei hat die Universität Bielefeld für Lehrer ein medienpädagogisches Begleitkonzept erarbeitet, das die Fortbildungsveranstaltungen des Instituts für Praxis und Theorie der Schule (IPTS) ergänzt.

Für Aufbau und Pflege dieses neuen Angebots hat das Land 400000 Mark eingeplant. Der Betrag ist durch das Programm "Arbeit, Bildung und Innovation" abgedeckt, das in den kommenden drei Jahren Investitionen von 6,3 Millionen Mark für das Gesamtprojekt "Schulen ans Netz" vorsieht. "Was die Schüler in ihrer Freizeit gewohnt sind, wird dann auch an der Schule zur Selbstverständlichkeit", ist die Ministerin überzeugt.

Für den gestrigen Taufakt eignete sich die Realschule Altenholz hervorragend. Leiter Dieter Domdey erinnerte daran, daß sie vor 20 Jahren eine der ersten im Lande war, die bereits einen Computer hatte. Heute stehen im Fachraum zwölf Geräte, die auch von der Volkshochschule genutzt werden. Altenholz gehörte zu den ersten Gemeinden, die sich bei "Schulen ans Netz" beteiligt haben.